*
Menu
Willkommen Willkommen
Meine Geschichte Meine Geschichte
Potentialentfaltung Potentialentfaltung
Gemeinschaft Gemeinschaft
Arbeiten von Zuhause Arbeiten von Zuhause
Passiveinkommen Passiveinkommen
Vision und Mission Vision und Mission
BlockChain & BitClub BlockChain & BitClub
RSS

Weisheiten

Mai
22

Das Wunder der Perle

Muschel

Foto: carsten 10
"Muschel"

Some rights reserved.
Quelle: www.piqs.

Man erzählt sich die Geschichte einer Perle hier am Strand.
Sie entstand in jener Muschel durch ein grobes Körnchen Sand.

Es drang ein in ihre Mitte und die Muschel wehrte sich.
Doch sie musste damit leben und sie klagte: Warum ich?

Eine Perle wächst ins Leben, sie entsteht durch tiefen Schmerz.
Und die Muschel glaubt zu sterben, Wut und Trauer füllt ihr Herz.

Sie beginnt es zu ertragen, zu ummanteln dieses Korn.
Nach und nach verstummt ihr Klagen und ihr ohnmächtiger Zorn.

Viele Jahre sind vergangen. Tag für Tag am Meeresgrund
schließt und öffnet sich die Muschel. Jetzt fühlt sie sich kerngesund.

Ihre Perle wird geboren. Glitzert nun im Sonnenlicht.
Alle Schmerzen sind vergessen, jenes Wunder jedoch nicht.

Jede Perle lehrt uns beten, hilft vertrauen und verstehn,
denn der Schöpfer aller Dinge hat auch deinen Schmerz gesehn.

Nun wächst Glaube, Hoffnung, Liebe, sogar Freude tief im Leid.
So entsteht auch deine Perle, sein Geschenk für alle Zeit.

 

Sören Kahl

Mai
17

Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte

Strandblick

Foto: Manoj Vasanth
"Where the quiet coloured end
of evening smiles, Miles and miles"


Some rights reserved.
Quelle: www.piqs.

Wenn ich mein Leben
noch einmal leben könnte,
im nächsten Leben,
würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.

Ich würde nicht so perfekt sein wollen,
ich würde mich mehr entspannen.

Ich wäre ein bisschen verrückter als ich gewesen bin,
ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen.
Ich würde nicht so gesund leben.

Ich würde mehr riskieren, würde mehr reisen,
Sonnenuntergänge betrachten,
mehr bergsteigen,
mehr in Flüssen schwimmen.

Ich war einer dieser klugen Menschen,
die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten;
freilich hatte ich auch Momente der Freude,
aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,
würde ich versuchen,
nur mehr gute Augenblicke zu haben.

Falls Du es noch nicht weißt,
aus diesen besteht nämlich das Leben;
nur aus Augenblicken,
vergiss nicht den jetzigen!

Wenn ich noch einmal leben könnte,
würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst hinein
barfuß gehen.
Und ich würde mehr mit Kindern spielen,
wenn ich das Leben noch vor mir hätte.

Aber sehen Sie...
ich bin 85 Jahre alt und weiß,
dass ich bald sterben werde.

 

Jorge Luis Borges

Feb
03

Bewusst - sein

Augen-Blick

Foto: Hansjörg Hoffmann
"Augen-Blick"

Some rights reserved.
Quelle: www.piqs.

Ein charismatischer Zen Meister,
der dafür bekannt war, viele Schüler gut ausgebildet zu haben
und den Viele wegen seiner liebevollen Gelassenheit achteten,
wurde einst gefragt, warum er so in sich ruhe
und trotz seiner vielen  Beschäftigungen
so glücklich sei und so viel Liebe ausstrahle. 

Er antwortete: 
"Wenn ich stehe, dann stehe ich
wenn ich gehe, dann gehe ich
wenn ich sitze, dann sitze ich 
wenn ich esse, dann esse ich
wenn ich ruhe, dann ruhe ich,
wenn ich liebe, dann liebe ich
wenn ich arbeite...  "

Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten: 

"Das tun wir auch!
Was tust du darüber hinaus?"


Er sagte wiederum: 

"Wenn ich stehe, dann stehe ich
wenn ich gehe, dann gehe ich
wenn ich sitze, dann sitze ich
wenn ich esse..."

 
Wieder fielen ihm die Fragesteller,
diesmal etwas ungeduldig, ins Wort: 

"Aber das tun wir doch auch! 
Darin kann keine Lehre für uns liegen."


Geduldig antwortete er ihnen: 

"Nein! Bei euch ist das so:

Wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon.
Wenn ihr steht, dann lauft ihr schon.
Wenn ihr lauft, dann seid ihr noch am Start oder schon am Ziel.
Wenn ihr esst, seid ihr schon wieder im Gehen.
Wenn ihr ruht, seit ihr an der Arbeit oder bei euren Problemen.
Wenn ihr liebt, seid ihr bei dem Anderen.
Wenn ihr arbeitet, seid ihr schon wieder daheim."

Nach einer kleinen Pause fuhr er ruhig fort:

"Ihr seid sehr, sehr selten genau bei euch
und dem, was ihr gerade tut!

Deshalb verpasst ihr das Eigentliche.
Deshalb verpasst ihr eure Momente.
Deshalb habt Ihr keine wirkliche Verbindung
zu euch selbst und zu eurem Leben,
sondern nur zu eurem Verstand". 


Da verstanden die Fragesteller.

 

unbek Verfasser
(geändert)

Jan
27

Der Indianer und die Grille

Schmetterling auf der Strasse
 

Foto: ArgonR
"Streetfighter"

Some rights reserved.
Quelle: www.piqs.

Ein Indianer, der in einem Reservat
weit von der nächsten Stadt entfernt wohnte,
besuchte das erste Mal seinen weißen Bruder in der Großstadt.

Er war sehr verwirrt vom vielen Lärm,
von der Hektik
und vom Gestank in den Straßenschluchten.

Als sie nun durch die Einkaufsstraße
mit den großen Schaufenstern spazierten,
blieb der Indianer plötzlich stehen und horchte auf.

"Was hast du",
fragte ihn sein Freund.

"Ich höre irgendwo eine Grille zirpen",
antwortete der Indianer.

"Das ist unmöglich",
lachte der Weiße.

"Erstens gibt es hier in der Stadt keine Grillen
und zweitens würde ihr Geräusch in diesem Lärm untergehen."

Der Indianer ließ sich jedoch nicht beirren
und folgte dem Zirpen.
Sie kamen zu einem älteren Haus,
dessen Wand ganz mit Efeu überwachsen war.
Der Indianer teilte die Blätter
und tatsächlich:
Da saß eine große Grille.

"Ihr Indianer habt eben einfach ein viel besseres Gehör",
sagte der Weiße im Weitergehen.

"Unsinn",
erwiderte sein Freund vom Land.
"Ich werde Dir das Gegenteil beweisen".

Er nahm eine kleine Münze aus seiner Tasche
und warf sie auf den Boden.
Ein leises "Pling" ließ sich vernehmen.

Selbst einige Passanten,
die mehr als zehn Meter entfernt standen,
drehten sich augenblicklich um
und schauten in die Richtung,
aus der sie das Geräusch gehört hatten.

"Siehst Du mein Freund,
es liegt nicht am Gehör.
Was wir wahrnehmen können oder nicht,
liegt ausschließlich an der Richtung
unserer Aufmerksamkeit.
Was Du wahrnehmen kannst, sagt mehr darüber aus
wie Du denkst, als was Dich tatsächlich umgibt."

 

unbek Verfasser

Jan
19

Das Versteck der Weisheit

Ringbuch
 

Foto: ArgonR
"Ringbuch"

Some rights reserved.
Quelle: www.piqs.

Vor langer Zeit überlegten die Götter,
dass es sehr schlecht wäre,
wenn die Menschen die Weisheit des Universums finden würden,
bevor sie tatsächlich reif genug dafür wären.

Auf einer großen Konferenz entschieden sie also, 
die Weisheit des Universums an einem Ort zu verstecken,
wo die Menschen sie solange nicht finden sollten,
bis sie reif genug sein würden
und verantwortungsvoll damit umgehen könnten.

Einer der Götter schlug vor,
die Weisheit auf dem höchsten Berg der Erde zu verstecken.
Schnell erkannten die Götter aber,
dass der Mensch bald alle Berge erklimmen würde
und die Weisheit dort nicht sicher genug versteckt wäre. 

Ein anderer schlug vor,
die Weisheit an der tiefsten Stelle im Meer zu verstecken.
Aber auch dort sahen die Götter die Gefahr,
dass die Menschen die Weisheit zu früh finden würden.

Die Konferenz dauerte sehr lange.
Die Götter konnten einfach keinen Platz finden,
der für den Menschen unerreichbar war.
Nicht in Atomen,
nicht in geheimen Formeln,
nichts in der Welt
schien den Menschen verborgen zu bleiben.
 

Da machte der weiseste aller Götter,
schließlich seinen  Vorschlag:

“Ich weiß, was zu tun ist.
Lasst uns die Weisheit des Universums
im Menschen selbst verstecken.

Er wird dort erst dann danach suchen,
wenn er reif genug ist,
denn er muss dazu den Weg in sein Inneres gehen.

Verantwortung für sein Denken und Handeln übernehmen
und dabei auch sein Herz einbeziehen.
Wir verstecken die Weisheit also im Menschen
und zwar am besten bei seinem Herzen.

Die anderen Götter waren von dem Vorschlag begeistert
und so wurde die Weisheit des Universums im Menschen selbst versteckt.

Noch heute suchen die Menschen
an vielen Orten
und in vielen Dingen
die Weisheit des Universums.

Doch nur die reifsten Menschen
beginnen sie dort zu suchen,
wo sie sie wirklich finden können…


unbek Verfasser

Jan
06

Bekommen, was man denkt

Strassencafe 

Foto: schnucke81
"Wiener Flair"

Some rights reserved.
Quelle: www.piqs.

Ein Mann lebte mit seinem Stand am Straßenrand
und verkaufte Würstchen.
Er war schwerhörig, deshalb hatte er kein Radio.
Er sah schlecht, deshalb las er keine Zeitung.
Aber er verkaufte köstliche, heiße Würstchen.

Es sprach sich herum und die Nachfrage stieg von Tag zu Tag.
Er investierte in einen größeren Stand,
einen größeren Herd
und musste immer mehr Wurst und Brötchen einkaufen.
Er holte seinen Sohn nach dessen Studium
an der Universität zu sich, damit er ihn unterstützte.


Da geschah etwas...


Sein Sohn sagte:
"Vater, hast du denn nicht im Radio gehört,
eine schwere Rezession kommt auf uns zu.
Der Umsatz wird zurückgehen
- du solltest nichts mehr investieren!"

Der Vater dachte:

"Nun, mein Sohn hat studiert,
er schaut täglich Fernsehen,
hört Radio und
liest regelmäßig den Wirtschaftsteil der Zeitung.
Der muss es schließlich wissen."


Also verringerte er seine Wurst- und Brötcheneinkäufe
und sparte an der Qualität der eingekauften Waren.

Auch verringerte er seine Kosten, indem er keine Werbung mehr machte.
Und das Schlimmste: Die Ungewissheit vor der Zukunft
ließ ihn missmutig werden im Umgang mit seinen Kunden.

Was daraufhin passierte?
Es ging blitzschnell:
Sein Absatz an heißen Würstchen ging drastisch zurück.

"Du hast Recht mein Sohn,
sagte der Vater,
es steht uns tatsächlich eine schwere Rezession bevor."


unbek Verfasser

Dez
29

Desiderata

Spirale
 

Foto: Claudia A. De La Garza
"mirando así arriba"

Some rights reserved.
Quelle: www.piqs.

Gehe gelassen inmitten von Lärm und Hast
und denke an den Frieden der Stille.

So weit als möglich, ohne dich aufzugeben,
sei auf gutem Fuß mit jedermann.
Sprich deine Wahrheit ruhig und klar aus,
und höre Andere an,
auch wenn sie langweilig und unwissend sind,
denn auch sie haben an ihrem Schicksal zu tragen.
Meide die Lauten und Streitsüchtigen.
Sie verwirren den Geist.

Vergleichst du dich mit anderen,
kannst du hochmütig oder verbittert werden,
denn immer wird es Menschen geben,
die bedeutender oder schwächer sind als du.
Erfreue dich am Erreichten und an deinen Plänen.
Bemühe dich um deinen eigenen Werdegang,
wie bescheiden er auch sein mag;
er ist ein fester Besitz im Wandel der Zeit.

Sei vorsichtig bei deinen Geschäften,
denn die Welt ist voller Betrügerei.
Aber lass deswegen das Gute nicht aus den Augen,
denn Tugend ist auch vorhanden:
Viele streben nach Idealen,
und Helden gibt es überall im Leben.

Sei du selbst.
Täusche vor allem keine falschen Gefühle vor.
Sei auch nicht zynisch, wenn es um Liebe geht,
denn trotz aller Öde und Enttäuschung verdorrt sie nicht,
sondern wächst weiter wie Gras.

Höre freundlich auf den Ratschlag des Alters,
und verzichte mit Anmut auf die Dinge der Jugend.
Stärke die Kräfte deines Geistes,
um dich bei plötzlichem Unglück dadurch zu schützen.
Quäle dich nicht mit Wahnbildern.
Viele Ängste kommen aus Erschöpfung und Einsamkeit.
Bei aller angemessenen Disziplin,
sei freundlich zu dir selbst.
Genau wie die Bäume und Sterne,
so bist auch du ein Kind des Universums.
Du hast ein Recht auf deine Existenz.

Und ob du es verstehst oder nicht,
entfaltet sich die Welt so wie sie soll.
Bleibe also in Frieden mit Gott,
was immer er für dich bedeutet,
und was immer deine Sehnsüchte und Mühen
in der lärmenden Verworrenheit des Lebens seien –
bewahre den Frieden in deiner Seele.
Bei allen Täuschungen, Plackereien und zerronnenen Träumen
ist es dennoch eine schöne Welt.

Sei frohgemut.
Strebe danach glücklich zu sein.



Max Ehrmann

Dez
22

Welt und ich


 

Foto: Diego Torres Silvestre
"[2005] Coney Island"

Some rights reserved.
Quelle: www.piqs.

Im großen ungeheuren Ozeane
willst du, der Tropfe, dich in dich verschließen?

So wirst du nie zur Perl zusammenschießen,
wie Dich auch Fluten schütteln und Orkane!

Nein! öffne deine innersten Organe
und mische dich im Leiden und Genießen

mit allen Strömen, die vorüberfließen:
Dann dienst du dir und dienst dem höchsten Plane!

Und fürchte nicht, so in die Welt versunken,
dich selbst und dein Ureignes zu verlieren:
Der Weg zu dir führt eben durch das Ganze!

Erst wenn du kühn von jedem Wein getrunken,
wirst du die Kraft im tiefsten Innern spüren,
die jedem Sturm zu stehn vermag im Tanze!

 

Friedrich Hebbel



Das Zitat zum Jahreswechsel:

Höre nie auf anzufangen und
fange nie an aufzuhören.

Cicero (106-43 v Chr.)

Dez
15

Vertrauen und Urteil

Schmetterling 

Foto: fatu
"Vertrauen"

Some rights reserved.
Quelle: www.piqs.de

Es war einmal ein alter Mann, der in einem kleinen Dorf lebte.
Er lebte zusammen mit seinem Sohn
in einer kleinen Hütte am Rande des Dorfes.

Ihr einziger Besitz war ein wunderschöner Hengst,
um den sie von allen im Dorf beneidet wurden.

Es gab schon unzählige Kaufangebote,
diese wurden jedoch immer strickt abgelehnt.
Das Pferd wurde bei der Erntearbeit gebraucht
und es gehörte zur Familie, fast wie ein Freund.

Eines Tages war der Hengst verschwunden.
Nachbarn kamen und sagten:

"Du Dummkopf, warum hast du das Pferd nicht verkauft?
Nun ist es weg, die Ernte ist einzubringen
und du hast gar nichts mehr,
weder Pferd noch Geld für einen Helfer.
Was für ein Unglück!"

Der alte Mann schaute sie an und sagte nur:

"Unglück - Mal sehen, denn wer weiß?
Das Leben geht seinen eigenen Weg,
man soll nicht urteilen und kann nur vertrauen."

Das Leben musste jetzt ohne Pferd weitergehen
und da gerade Erntezeit war,
bedeutete das unheimliche Anstrengungen für Vater und Sohn.
Es war fraglich ob sie es schaffen würden,
die ganze Ernte einzubringen.

Ein paar Tage später, war der Hengst wieder da
und mit ihm war ein Wildpferd gekommen,
das sich dem Hengst angeschlossen hatte.

Jetzt waren die Leute im Dorf begeistert.

"Du hast Recht gehabt",
sagten sie zu dem alten Mann.
Das Unglück war in Wirklichkeit ein Glück.
Dieses herrliche Wildpferd als Geschenk des Himmels,
nun bist du ein reicher Mann..."

Der Alte sagte nur:
Glück - Mal sehen, denn wer weiß?
Das Leben geht seinen eigenen Weg,
man soll nicht urteilen und kann nur vertrauen."

Die Dorfbewohner schüttelten den Kopf
über den wunderlichen Alten.

Warum konnte er nicht sehen,
was für ein unglaubliches Glück ihm widerfahren war?

Am nächsten Tag begann der Sohn des alten Mannes,
das neue Wildpferd zu zähmen und zuzureiten.
Beim ersten Ausritt warf ihn dieses so heftig ab,
dass er sich beide Beine brach.

Die Nachbarn im Dorf versammelten sich
und sagten zu dem alten Mann:

"Du hast Recht gehabt.
Das Glück hat sich als Unglück erwiesen,
dein einziger Sohn ist jetzt ein Krüppel.
Und wer soll nun auf deine alten Tage für dich sorgen?'

Aber der Alte blieb gelassen
und sagte zu den Leuten im Dorf:

"Unglück - Mal sehen, denn wer weiß?
Das Leben geht seinen eigenen Weg,
man soll nicht urteilen und kann nur vertrauen."

Es war jetzt alleine am alten Mann
die restliche Ernte einzubringen.
Zumindest war das neue Pferd soweit gezähmt,
dass er es als zweites Zugtier für den Wagen nutzen konnte.
Mit viel Schweiß und Arbeit bis in die Dunkelheit,
sicherte er das Auskommen für sich und seinen Sohn.

Ein paar Wochen später begann ein Krieg.
Der König brauchte Soldaten,
und alle wehrpflichtigen jungen Männer im Dorf
wurden in die Armee gezwungen.
Nur den Sohn des alten Mannes holten sie nicht ab,
denn den konnten sie an seinen Krücken nicht gebrauchen.

"Ach, was hast du wieder für ein Glück gehabt!"'

riefen die Leute im Dorf.

Der Alte sagte:
"Mal sehen, denn wer weiß?
Das Leben geht seinen eigenen Weg,
man soll nicht urteilen und kann nur vertrauen."
 

unbekannter Verfasser
(leicht geändert)

Dez
09

Stufen


 

Foto: Helvetica
"Die Treppe"

Some rights reserved.
Quelle: www.piqs.de

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,

blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,

um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in andre, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,

Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,

Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegensenden,

Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
 

Hermann Hesse

Dez
02

Der Hammer

Hammer
 

Foto: Harry Neumaier
"Hammer und Amboss"

Some rights reserved.
Quelle: www.piqs.de

An einem schönen Urlaubstag will ein Mann ein Bild aufhängen.
Er hat das Bild, er hat den Nagel, nur den Hammer hat er nicht.

Bei seinem Nachbarn hat er neulich einen Hammer liegen sehen.
Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und den Hammer auszuborgen.
Doch noch bevor er den ersten Schritt
in Richtung Nachbar machen kann,
kommen ihm Zweifel:

Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will?
Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig.
Vielleicht war er in Eile.
Vielleicht hat er die Eile nur vorgeschützt,
und er hat was gegen mich.

Und was? Ich habe ihm nichts getan;
der bildet sich da etwas ein.

Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte,
ich gäbe es ihm sofort.

Und warum er nicht?
Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen?

Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben.
Vermutlich bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen.
Bloß weil er einen Hammer hat, ist er doch nichts Besseres.

Jetzt reicht´s mir wirklich.

Und so stürmt unser Mann hinüber und läutet.
Der Nachbar öffnet, doch bevor er "Guten Tag" sagen kann,
hört er Folgendes:

"Behalten Sie Ihren Hammer,
ich kauf mir selbst einen,
Sie Rüpel".

 
angelehnt an Paul Watzlawick
(aus "Anleitung zum unglücklich sein")
SocialBookmark
Share |

Fusszeile
Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail