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Archiv Feb 2012

Feb
25

Der Tempel der Tausend Spiegel (long)

 Tempel im Urwald

Foto: Brian Jeffery Beggerly
"IMG_7454"

Some rights reserved.
Quelle: www.piqs.de

Es war einmal in Indien, in einem großen Tempel,
dessen Wände und Türme aus reinem Gold bestanden.
Im Inneren des Tempels spiegelte sich das Licht tausendfach,
denn die Wände waren alle mit Spiegeln ausgekleidet.
Der undurchdringliche indische Urwald umhüllte das Gold
des sagenhaften Tempels wie ein sanftes Tuch
und so haben nur sehr wenige Geschöpfe
ihn jemals zu Gesicht bekommen.

Ein Hund jedoch, der in einem Dorf am Rand des Dschungels lebte,
verirrte sich einst in dem Dickicht.
Er lief immer weiter und suchte nach seinem Weg,
bis er plötzlich vor den goldenen Ruinen stand.
Seine Entdeckung ließ sein Herz freudig pochen,
denn wenn er auch noch nicht den Heimweg gefunden hatte,
so fand er doch diesen Goldschatz, der ihn reich machen würde.
Erregt lief er durch den Eingang in das Innere des Tempels,
der von einem seltsamen Lichtglanz erfüllt war.

Doch wie erschrak er, als er sich plötzlich tausend Hunden gegenüber sah. Sofort dachte er, die anderen seien ihm zuvor gekommen,
und mit bösem Blick schaute er sie an.
Doch wohin er sich auch wandte,
er sah lauter Hunde, die ihn mit bösem Blick anstarrten.
Er fletschte die Zähne und knurrte leise
und überall knurrte es zwischen gefletschten Zähnen zurück.
In seine Enttäuschung mischte sich Wut,
und er begann laut zu bellen und kläffen.
Doch aus allen Richtung sah er Hunde ebenso zurückbellen.
Nun mischte sich Angst in seine Wut,
er fühlte sich umkreist und bedroht bei jedem Schritt.
Wild rannte er im Kreis herum,
versuchte zu entkommen und Panik machte sich breit.
Doch die anderen Hunde blieben ihm immer auf den Fersen
und ließen sich durch keinen Sprung und keine List abschütteln.

Erschöpft vor Enttäuschung, Wut und Angst
taumelte er und schließlich brach er tot zusammen
- wie überall sein Spiegelbild.

Viele Jahre blieb die Ruhe des Tempels ungestört,
bis die Vorsehung einen anderen Hund zu den Ruinen führte.
Auch dieser Hund freute sich über seine Entdeckung
und gespannt lief er ins Innere.
Wie staunte er, als er sich plötzlich von tausend Hunden umringt sah.
Doch sein Herz machte einen Freudensprung,
denn nun hatte er mitten in der Einsamkeit
auch noch Gesellschaft gefunden.
Freudig wedelte er mit seinem Schwanz
und tausend Hunde wedelten zurück.
Darüber freute er sich noch mehr und sah,
wie sich auch die anderen noch mehr freuten.
So nahm die Freude ständig zu.

Noch viele Jahre später,
als er schon längst wieder den Weg zurück zu seinem Dorf gefunden hatte,
besuchte der Hund doch immer wieder den Tempel der tausend Spiegel,
um sich mit den anderen Hunden zu freuen.

So kann derselbe Ort für den einen zur Not oder zum Tod,
für den anderen zur Freude werden.

 

Indisches Märchen
(leicht geändert)

Feb
18

Der Tempel der tausend Spiegel

Es gab einmal einen Tempel der tausend Spiegel. Er lag hoch oben auf einem Berg und sein Anblick war großartig. Eines Tages kam ein Hund und erklomm den Berg. Er stieg die Stufen des Tempels hinauf und betrat den Tempel der tausend Spiegel.
 
...darf ich mitkommen lara?  

Als er in den Saal der tausend Spiegel kam, sah er tausend Hunde. Er bekam Angst, sträubte das Nackenfell, klemmte den Schwanz zwischen die Beine, knurrte furchtbar und fletschte die Zähne. Und tausend Hunde sträubten das Nackenfell, klemmten die Schwänze zwischen die Beine, knurrten furchtbar und fletschten die Zähne.

Voller Panik rannte der Hund aus dem Tempel und glaubte von nun an, dass die ganze Welt aus knurrenden, gefährlichen und bedrohlichen Hunden bestehe.

Einige Zeit später kam ein anderer Hund, der den Berg erklomm. Auch er stieg die Stufen hinauf und betrat den Tempel der tausend Spiegel. Als er in den Saal mit den tausend Spiegeln kam, sah auch er tausend andere Hunde. Er aber freute sich. Er wedelte mit dem Schwanz, sprang fröhlich hin und her und forderte die Hunde zum Spielen auf.

 
Dieser Hund verließ den Tempel mit der Überzeugung, dass die ganze Welt aus netten, freundlichen Hunden bestehe, die ihm wohlgesonnen sind und mit Ihm spielen wollten.

Nikolaus B. Engelmann

Foto: renelutz...darf ich mitkommen Lara?

 
Some rights reserved.

Quelle: www.piqs.de


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